Neues von der Medizinischen Fakultät in Bochum
Hier finden Sie aktuelle Nachrichten und Pressemitteilungen der Medizinischen Fakultät der Ruhr Universität Bochum.
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Nachrichten
Geheimnisse zwischen Licht und Leber
Wenn der Takt des Lebens aus dem Rhythmus gerät: Forscher*innen der Ruhr-Universität Bochum decken auf, wie künstliches Licht und unregelmäßige Schlafgewohnheiten unsere innere Uhr stören – und damit das Risiko für Fettlebererkrankungen erhöhen. Besonders betroffen: Schichtarbeitende, Nachtmenschen und Menschen, die der Dunkelheit kaum entkommen. Ein spannendes Forschungsteam geht dem Zusammenspiel von Licht, Melatonin und Lebergesundheit auf den Grund.
Brille adé
Ein Leben ohne Brille? Forschende und Industriepartner entwickeln eine revolutionäre Lasermethode, die Sehfehler korrigiert, ohne ins Auge zu schneiden. Durch gezielte Veränderungen der Hornhaut mittels schonender Laserimpulse könnte diese Technik schon bald invasive Eingriffe ablösen – für dauerhaft scharfes Sehen und mehr Lebensqualität, ganz ohne Brille oder Kontaktlinsen.
Neue genetische Ursache für Mikrozephalie entdeckt
Wie klein kann ein Gehirn sein? Forschende haben entdeckt, dass Mutationen im RNA-abbauenden Enzym EXOSC10 eine primäre Mikrozephalie verursachen – eine Erkrankung, die mit stark verkleinertem Gehirn und Entwicklungsstörungen einhergeht. Die neuen Erkenntnisse eröffnen spannende Einblicke in die genetische Steuerung der Gehirnentwicklung.
Prof. Dr. Michael Adamzik zum Vorsitzenden der Deutschen Sepsis-Gesellschaft gewählt
Univ.-Prof. Dr. med. Michael Adamzik, Klinikdirektor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie der Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum, wurde zum Vorsitzenden der Deutschen Sepsis-Gesellschaft (DSG) gewählt. Unter seiner Leitung will die DSG die Sepsisforschung vorantreiben, das öffentliche Bewusstsein für diese oft unterschätzte Erkrankung stärken und junge Wissenschaftler*innen fördern – mit dem Ziel, die hohe Sterblichkeit durch Prävention, Präzisionsmedizin und innovative KI-gestützte Vorhersagemodelle zu senken.
Wenn Maschinen fühlen lernen
A new interface connects heartbeats with AI: Researchers have developed a system that allows large language models to receive and interpret real-time heart rate data. By “listening” to the body’s signals, the AI can adapt its responses beyond spoken prompts — opening up innovative possibilities for healthcare, medical monitoring, and personalized care.
Wolff Schmiegel von der der Deutschen Krebsgesellschaft geehrt
Zum Jubiläum der Deutschen Krebsgesellschaft wurde erstmals der Ernst-von-Leyden-Preis verliehen. Erster Preisträger ist Prof. Dr. Wolff Schmiegel, emeritierter Direktor der Gastroenterologie/Hepatologie am UK Bergmannsheil. Schmiegel gilt als Pionier der evidenzbasierten Krebstherapie und prägte mit seinem Engagement Leitlinien, Zertifizierungen und Strukturen der modernen Onkologie in Deutschland.
Mit tiefem Bedauern nehmen wir Abschied von Prof. Dr. med. Wolfgang Opferkuch (20. April 1932 – 2. September 2025)
Als international anerkannter Mikrobiologe und zweifacher Dekan der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum prägte er die Fakultät, das „Bochumer Modell“ und ganze Generationen von Forschenden. Mit seiner Forschung zu Antibiotikaresistenz, dem Komplementsystem und Helicobacter pylori setzte er Maßstäbe weit über Bochum hinaus. Sein Wirken bleibt – ebenso wie die Spuren, die er mit Leidenschaft und Vision hinterlassen hat.
Leitlinie zu Atemwegsinfekten bei Blutkrebs überarbeitet
Eine neue europäische Leitlinie liefert fundierte Antworten auf drängende Fragen im Umgang mit Atemwegsinfekten bei Blutkrebspatient:innen. Basierend auf Erkenntnissen aus einem Jahrzehnt Forschung gibt sie einen umfassenden Überblick zu Risikoeinschätzung, Diagnostik, Hygiene, Therapie und Impfstrategien – veröffentlicht im renommierten Fachjournal The Lancet Infectious Diseases. Menschen mit Leukämien und verwandten Erkrankungen sind besonders gefährdet, da ihr Immunsystem durch Krankheit und Behandlung geschwächt ist. Die aktualisierten Empfehlungen bewerten erstmals systematisch alle relevanten Viren, die ambulant erworbene Atemwegsinfektionen verursachen können. Ziel ist es, Ärzt:innen eine klare Orientierung im klinischen Alltag zu geben und Betroffene besser zu schützen. Erstautorin der Leitlinie ist Prof. Dr. Marie von Lilienfeld-Toal von der Ruhr-Universität Bochum, die federführend an der europäischen Konferenz zu Infektionen bei Leukämie (ECIL) beteiligt war.
Immuntherapie bei anti-IgLON5-Erkrankung so früh wie möglich einsetzen
Forschende appellieren: Bei bestimmten Symptomen an die anti-IgLON5-Erkrankung denken. Denn eine frühe Behandlung ist die einzig erfolgversprechende. Mit Unruhe im Schlaf fängt es oft an, Bewegungs-, Schluck- und Sprechstörungen sind ebenfalls typisch. Doch eine Menge unterschiedlicher weiterer Symptome macht die Diagnose der anti-IgLON5-Erkrankung schwierig. Die Autoimmunerkrankung ist selten, führt aber unbehandelt binnen weniger Jahre zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen und häufig zum Tod. Eine internationale Beobachtungsstudie mit 107 Patientinnen und Patienten hat ergeben, dass die Immuntherapie so früh wie möglich eingesetzt werden sollte, und die intravenöse Gabe von Immunglobulinen scheint dabei die wirksamste Therapie zu sein. Das Team um Prof. Dr. Ilya Ayzenberg und Privatdozent Dr. Thomas Grüter aus der Neurologie des St. Josef-Hospitals, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, berichtet im Magazin JAMA Neurology vom 4. August 2025.
Ein neuer Ansatz gegen Bronchienverengung durch Asthma
Ein Forschungsteam aus Bochum und Bonn hat einen Wirkstoff aus der Korallenbeere entdeckt, der ein Schlüsselprotein im Bronchialgewebe direkt hemmt. Dadurch wird die gefürchtete Verdickung der Atemwege – das sogenannte Remodeling – reduziert, und auch die Schleimproduktion nimmt ab. Die Ergebnisse eröffnen neue vielversprechende Perspektiven für die Behandlung von Asthma bronchiale, bei der herkömmliche Medikamente oft an ihre Grenzen stoßen.
Katzenvideos machen für die Forschung
Katzenfans aufgepasst: Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Ruhr-Universität Bochum will die Körpersprache von Katzen besser verstehen – und sucht dafür Unterstützung aus der Bevölkerung. Wer eine Katze hat, kann mit einfachen Handyvideos zur Wissenschaft beitragen. Gefragt sind kurze Clips aus dem Alltag der Tiere, etwa beim Begrüßen, Schlafen oder Spielen. Ziel ist es, typische Verhaltensmuster zu analysieren und neue Einblicke in die Kommunikation zwischen Mensch und Katze zu gewinnen.
Tumorzellen machen im Sterben Metastasen zur Zielscheibe
Ein Forschungsteam der Ruhr-Universität Bochum hat einen innovativen Wirkstoffkomplex entwickelt, der Krebszellen gezielt tötet und dabei das Immunsystem alarmiert: Im Moment ihres Todes geben die Zellen ein Warnsignal ab, das Immunzellen dazu befähigt, ähnliche Krebszellen im ganzen Körper zu erkennen und zu zerstören – auch in weit entfernten Metastasen. Die Ergebnisse könnten einen wichtigen Schritt zu langfristig wirksamen Krebstherapien markieren.