Neues von der Medizinischen Fakultät in Bochum
Hier finden Sie aktuelle Nachrichten und Pressemitteilungen der Medizinischen Fakultät der Ruhr Universität Bochum.
Für ältere Pressemitteilungen werfen Sie bitte einen Blick in unser Archiv. Sie haben Fragen zu unserer Fakultät oder möchten über uns berichten? Hier finden Sie unseren Pressekontakt.
Nachrichten
Was hinter erblichen Herz-Rhythmus-Störungen steckt
Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Ruhr-Universität Bochum hat neue pathophysiologische Mechanismen des Short-QT-Syndroms aufgeklärt. Im Fokus stehen Mutationen im SLC4A3-Gen, die über eine Erhöhung des intrazellulären pH-Werts zu veränderten Ionenströmen und einer verkürzten Aktionspotenzialdauer führen. Die Studie zeigt, wie diese Veränderungen Arrhythmien begünstigen und liefert zugleich Hinweise auf potenziell wirksame, personalisierte Therapieansätze mit etablierten Antiarrhythmika. Veröffentlicht im European Heart Journal, tragen die Ergebnisse wesentlich zum molekularen Verständnis dieser seltenen, aber lebensbedrohlichen Erkrankung bei.
CRISPR-System hemmt Hepatitis-E-Virus
Ein Team der Ruhr-Universität Bochum zeigt, wie sich das Hepatitis-E-Virus mit modernster CRISPR-Technologie gezielt ausbremsen lässt: In Zellkultur konnte ein RNA-spezifisches CRISPR/Cas13d-System die Virusvermehrung deutlich reduzieren ohne die Wirtszellen zu schädigen. Besonders relevant für die Medizin: Bereits wenige gezielt designte crRNAs reichen aus, um ein breites Spektrum viraler Varianten abzudecken. Die in JHEP Reports veröffentlichten Ergebnisse liefern damit einen vielversprechenden Machbarkeitsnachweis für CRISPR-basierte antivirale Therapien ein Ansatz, der langfristig neue Optionen gegen bislang schwer behandelbare Virusinfektionen wie Hepatitis E eröffnen könnte.
Diskreditierte Studie klärt Fragen zur Versorgung von Brandwunden
Trotz scharfer Kritik liefert eine viel diskutierte Studie der Ruhr-Universität Bochum wichtige Erkenntnisse für die Behandlung schwerer Brandverletzungen. Am Bergmannsheil wurde bereits 2017 untersucht, ob ein etabliertes medizinisches Verfahren die Heilung von Verbrennungswunden verbessern kann – unter streng kontrollierten und gesetzlich geregelten Bedingungen. Die öffentliche Kritik greift dabei zu kurz und verkennt zentrale wissenschaftliche Zusammenhänge. Ein genauer Blick zeigt, wie differenziert die Forschung an der Ruhr-Universität Bochum arbeitet und welchen Beitrag sie zur Verbesserung der Versorgung von Patient*innen leistet.
Störungen der Darm-Hirn-Achse besser verstehen und behandeln
Eine aktuelle Übersichtsarbeit unter Erstautorenschaft von Prof. Dr. Sigrid Elsenbruch, veröffentlicht in Gastroenterology, bündelt erstmals evidenzbasierte psychosoziale Ansätze zur Behandlung von Störungen der Darm-Hirn-Interaktion – für Erwachsene und Kinder. Die Arbeit, an der auch die Ruhr-Universität Bochum beteiligt ist, betont die Bedeutung eines ganzheitlichen Verständnisses dieser komplexen Erkrankungen. Sie bietet praxisnahe Leitlinien für eine moderne, interdisziplinäre Versorgung und dürfte sich als neues Standardwerk etablieren.
Informationsplattform zu klinischen Studien in NRW mit neuem Update online
Die Informationsplattform zu klinischen Studien in Nordrhein-Westfalen ist ab sofort in einer aktualisierten Version verfügbar. Sie ist weiterhin über die Website von Medizin.NRW und unter www.klinische-studien.nrw erreichbar.
Immuntherapie halbiert Rückfallrate bei Formen von Darmkrebs
Unter maßgeblicher Beteiligung der Ruhr-Universität Bochum zeigt die ATOMIC-Studie einen Durchbruch in der Behandlung von dMMR-Darmkrebs im Stadium III: Die Kombination aus Standard-Chemotherapie und der Immuntherapie Atezolizumab senkt das Risiko für Rückfall oder Tod um rund 50 % im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie. Die von Prof. Anke Reinacher-Schick am St. Josef-Hospital koordinierte Studie belegt erstmals einen klaren klinischen Nutzen der Immuntherapie im adjuvanten Setting dieser molekular definierten Patientengruppe. Die im New England Journal of Medicine publizierten Ergebnisse markieren damit einen neuen Therapiestandard und unterstreichen die Bedeutung internationaler, biomarkerbasierter Forschungskooperationen.
BEAT THE BIAS: Erkennen. Verstehen. Vermeiden.
Unbewusste Vorurteile beeinflussen Entscheidungen – auch in der Medizin. Das Symposium „BEAT THE BIAS“ an der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum lädt dazu ein, diese Denkmuster sichtbar zu machen und neue Perspektiven für Patient*innenversorgung, Führung und Lehre zu entwickeln. Das Programm umfasst Keynotes und interaktive Workshops, die zentrale Aspekte von Unconscious Bias beleuchten und praxisnahe Impulse vermitteln.
Neuer zellulärer Angriffspunkt verhindert Hepatitis-E-Infektion
Die Ruhr-Universität Bochum ist an einer internationalen Studie beteiligt, die einen vielversprechenden Ansatz zur Behandlung von Infektionen mit dem Hepatitis-E-Virus aufzeigt. Im Fokus steht der Wirkstoff Apilimod, der den Eintritt des Virus in Leberzellen blockiert, indem er einen zellulären Mechanismus hemmt. Da Apilimod bereits klinisch untersucht ist, könnte eine Weiterentwicklung zu einer Therapie beschleunigt werden. Die Ergebnisse wurden in eGastroenterology veröffentlicht.
Vielversprechender Wirkstoff gegen Hepatitis E identifiziert
Ein internationales Forschungsteam unter maßgeblicher Beteiligung der Ruhr-Universität Bochum berichtet über einen vielversprechenden Fortschritt in der antiviralen Wirkstoffforschung: Mit Bemnifosbuvir wurde erstmals ein Nukleotid/Nukleosid-Analogon identifiziert, das die Replikation des Hepatitis-E-Virus (HEV) effektiv hemmt. Angesichts von jährlich rund 70.000 HEV-bedingten Todesfällen und bislang fehlenden spezifischen Therapieoptionen eröffnet dieser Befund neue Perspektiven für die klinische Behandlung. Die Bochumer Arbeitsgruppe der Molekularen und Medizinischen Virologie spielte eine zentrale Rolle bei der Identifikation des Wirkstoffs. Mithilfe eines innovativen Reportervirus-Systems gelang es, aus einer Bibliothek von etwa 500 Verbindungen gezielt Substanzen zu selektieren, die die virale Vermehrung unterbinden, ohne die Zellviabilität zu beeinträchtigen. Die Ergebnisse wurden in enger Kooperation mit Partnern aus Heidelberg und Peking erzielt und im Fachjournal „Gut“ publiziert.
ELTERNLUNCH – Digitales Austauschformat für Beschäftigte mit Care-Aufgaben
Mittags halb Eins in Bochum: Zeit für eine Pause, gutes Essen – und guten Austausch. Mit dem neuen digitalen Format ELTERNLUNCH lädt die Medizinische Fakultät alle Mitarbeitenden mit Care-Verantwortung (inkl. UK-RUB) zu einem offenen, vertraulichen Gesprächsraum ein. In entspannter Atmosphäre sprechen wir über die Herausforderungen und Chancen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Welche „Rezepte“ funktionieren im Alltag? Wie lassen sich Aufgaben besser verteilen? Und was brauchen Eltern, um langfristig gut durch den Spagat zu kommen? Den Auftakt macht unser erster Termin am 20. April 2026 um 12:30 Uhr. Weitere Termine folgen am 11. Mai und 26. Juni 2026 (jeweils 12:30–13:30 Uhr). Moderiert wird der ELTERNLUNCH von Nils Seiler – mit Impulsen, Denkanstößen und einer Prise Humor.
Bochum erkennt Sepsis
Mit der stadtweiten Kampagne #BochumErkenntSepsis setzen Akteur*innen aus dem Gesundheitswesen gemeinsam ein Zeichen für mehr Aufklärung, Aufmerksamkeit und frühes Handeln bei einer Sepsis ein. Denn Sepsis kann jeden treffen – und ist immer ein Notfall. Im März finden in Bochum mehrere Veranstaltungen rund um das Thema Sepsis statt. Dazu zählt ein Science Slam im Bochumer Schauspielhaus, eine Lesung des Autoren Stephan Schäfer, eine Informationsveranstaltung für Beschäftigte im Gesundheitswesen sowie eine Mitmach-Aktion, bei der Aufklärungsmaterial für Praxen und Apotheken gepackt wird.
Preisgekrönte Forschung zur Sepsis
Für ihre Forschung zur Behandlung schwerer Sepsis ist Dr. med. Janina Hollmann mit dem Hanse Promotionspreis für Klinische Forschung ausgezeichnet worden. Unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dietrich Henzler an der Universitätsklinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin, Rettungsmedizin und Schmerztherapie am Klinikum Herford der Ruhr-Universität Bochum konnte sie zeigen, dass die Leber in der frühen Phase einer Sepsis vorübergehend stark eingeschränkt sein kann – ein wichtiger Faktor für den Krankheitsverlauf. Die Ergebnisse liefern neue Einblicke in die Erkrankungsmechanismen und tragen dazu bei, Therapien künftig gezielter zu gestalten.