Archiv der Medizinischen Fakultät in Bochum
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Vielversprechender Wirkstoff gegen Hepatitis E identifiziert
Ein internationales Forschungsteam unter maßgeblicher Beteiligung der Ruhr-Universität Bochum berichtet über einen vielversprechenden Fortschritt in der antiviralen Wirkstoffforschung: Mit Bemnifosbuvir wurde erstmals ein Nukleotid/Nukleosid-Analogon identifiziert, das die Replikation des Hepatitis-E-Virus (HEV) effektiv hemmt. Angesichts von jährlich rund 70.000 HEV-bedingten Todesfällen und bislang fehlenden spezifischen Therapieoptionen eröffnet dieser Befund neue Perspektiven für die klinische Behandlung. Die Bochumer Arbeitsgruppe der Molekularen und Medizinischen Virologie spielte eine zentrale Rolle bei der Identifikation des Wirkstoffs. Mithilfe eines innovativen Reportervirus-Systems gelang es, aus einer Bibliothek von etwa 500 Verbindungen gezielt Substanzen zu selektieren, die die virale Vermehrung unterbinden, ohne die Zellviabilität zu beeinträchtigen. Die Ergebnisse wurden in enger Kooperation mit Partnern aus Heidelberg und Peking erzielt und im Fachjournal „Gut“ publiziert.
Immuntherapie halbiert Rückfallrate bei Formen von Darmkrebs
Unter maßgeblicher Beteiligung der Ruhr-Universität Bochum zeigt die ATOMIC-Studie einen Durchbruch in der Behandlung von dMMR-Darmkrebs im Stadium III: Die Kombination aus Standard-Chemotherapie und der Immuntherapie Atezolizumab senkt das Risiko für Rückfall oder Tod um rund 50 % im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie. Die von Prof. Anke Reinacher-Schick am St. Josef-Hospital koordinierte Studie belegt erstmals einen klaren klinischen Nutzen der Immuntherapie im adjuvanten Setting dieser molekular definierten Patientengruppe. Die im New England Journal of Medicine publizierten Ergebnisse markieren damit einen neuen Therapiestandard und unterstreichen die Bedeutung internationaler, biomarkerbasierter Forschungskooperationen.